tl;dr
vom Skaten zum Fotografieren. Darüber mit Trailrunning in Kontakt gekommen, neugierig geworden, dank meiner Mutter und Freunden dran geblieben. Über 4 Jahre mehr und mehr gesteigert.

Wer selbst läuft, oder anderweitig seine Grenzen ausprobiert kennt vermutlich den Gedanken: “Warum tu ich mir das eigentlich an?”

Ich möchte euch hier mein Weg zum Laufen zeigen und damit vielleicht den ein oder anderen motivieren es auch mal zu probieren.

Während meines Abiturs und im Studium in Augsburg habe ich viel für Sportograf gearbeitet. Habe lange Tage an den schönsten Plätzen der Alpen und weltweit verbracht und Sportler fotografiert, die um Podiumsplätze oder das Finish kämpfen.

Ich will ehrlich sein, als Fotograf sind die letzten Sportler im Feld immer etwas heikel. Oft ist man müde, hungrig, teilweise (klatsch-)nass oder halb dehydriert und sitzt dann da und wartet.
Da saß ich also beim Zugspitz Ultratrail(ZUT) unterhalb der Alpspitze, stopfte mir meine letzten Doppelkekse in den Mund und wartete. Als dann wieder eine Gruppe Läufer an mir vorbeikam, mehr wandernd als laufend, dachte ich mir:

“Also das solltest du doch auch hin bekommen”

Ich – recht naiv

Als ich meiner Mutter davon erzählt habe, zögerte sie nicht lange. Keine Woche später hatte ich mein erstes Paar Trailschuhe und ihre alte Garmin-GPS Uhr. Jetzt kam ich da nichtmehr so leicht raus.

Ich war nie wirklich unsportlich, zumindest meiner Meinung nach. War aber immer eher in alternativen Sportarten bzw. “Action” Sportarten unterwegs. Von Skaten bis Paintball und zuletzt American Football. Als ich dann mit meinen ersten Läufen an der Wertach eher für Belustigung bei allen sorgte, denen ich davon erzählt habe, änderte sich das mit der Einschätzung meiner Sportlichkeit.

Ich schaffte vielleicht 20-30 Minuten und war danach komplett außer Puste.

Ich hatte aber diese Deadline namens ZUT also immer wieder raus und laufen. Im Nachhinein betrachtet machte ich natürlich alles falsch. Zu schnell, zu viel und zu oft.

Teilweise hatte ich so harte Waden, dass ich morgens ging wie auf Stelzen bis die Muskulatur wieder halbwegs warm war… Und das wiederholte sich nach jedem längeren Sitzen.

Das Gefühl als ich mich zum Basetrail angemeldet habe werd ich nie vergessen. Dieses “jetzt ises Ernst”, Respekt, Nervosität, Vorfreude, Spannung und das obwohl der ZUT zu dem Zeitpunkt noch mehr als 6 Monate in der Zukunft lag.
Zwei Tage später musste ich dann meine Anmeldung wieder zurücknehmen, nachdem ich mit bei einem Testspiel in Starnberg das vordere Kreuzband in linken Knie gerissen hatte. Statt Training war ich also erstmal mehrere Monate komplett aus dem Spiel.

Als es langsam wieder ging mit dem Laufen ging es dann mit dem Spartan Race in München los (hier gehts zu der Story).

nach 7km im Ziel mit Patrick

An der Stelle möchte ich die auch Caro mal hervorheben und ausdrücken wie dankbar ich dafür bin, dass wir es irgendwie geschafft haben Lauf-Buddys zu werden. Ich hab keine Ahnung mehr wie genau das losging, irgendwie mit Ihrer Hochzeit bei der ich Fotos gemacht habe. Auf jeden Fall war sie die erste, mit der ich Laufen gegangen bin. Hoffnungslos unter ihrem Niveau. Sie locker am tratschen, ich mit 170er Puls hart am Limit.
Sie hat mir die ersten Tipps zum Training und Lauftechnik gegeben, hat sich mein Gejapse angehört und war sich nie zu Schade für langsame Monologe währenddessen. DANKE.

Das war eigentlich auch schon der spannende Teil der Geschichte. Nach dem Drei Zinnen Lauf (für den es wegen Wetter ganze 3 Jahre brauchte bis ich mal die volle Distanz laufen konnte) steigerte ich gemächlich die Distanzen der Rennen für die ich mich angemeldet habe. Weil es einfach keinen besseren Trainingsmotivator gibt wie die Deadline eines Rennens. Irgendwo auf dem Weg zum 4 Trails 2019 (www.4trails.net) habe ich dann die Grenze überschritten, wo laufen mehr wurde als nur Training.

Warum tu ich das also? Hauptsächlich Neugier.
“Schaff ich das? Wie fühlt sich das an? Wo liegt mein Limit”. Inzwischen gemischt mit dem Spaß sich selbst zu pushen und wie gut es sich anfühlt im Flow einen Trail ins Tal zu ballern.

Herzlichen Glückwunsch! Du hast es bis zum Ende geschafft! Hast du Fragen? Dumme Sprüche? Da unten is ne Textbox, wo man das alles loswerden kann!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *